Kompetenzzentrum für Psychosomatik und Verhaltenssüchte

Team

Um Sie bestmöglich unterstützen zu können, arbeiten in unserem multi-professionellen Team Menschen mit unterschiedlichen beruflichen Qualifikationen und langjährigen Erfahrungen  zusammen. Das engagierte und professionelle Zusammenspiel aller Mitarbeitenden stellt sicher, dass Sie das therapeutische Angebot optimal für sich nutzen können.

Egal ob Ärztin, Psychologe, Sozialpädagogin, Sozialarbeiterin, Ergo- oder Arbeitstherapeutin, Physiotherapeutin,  Pflegepersonal oder Haustechniker – sie alle sind als zuverlässige Ansprechpersonen für Sie da. Allen gemeinsam ist eine von Wertschätzung, Einfühlung und Echtheit geprägte Haltung.

Dr. med. Arne Zastrow

Chefarzt | Ärztliche und therapeutische Leitung

FA für Innere Medizin
FA für psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Andrea Müller

Büro Dr. Zastrow | Aufnahme

07250 – 60 – 511
E-Mail

Lage & Ausstattung

Das Kompetenzzentrum für Psychosomatik und Verhaltenssüchte liegt inmitten der reizvollen Landschaft des Kraichgaus. Die Anbindung an die umliegenden Städte Bruchsal, Karlsruhe, Heidelberg oder Mannheim ist über das gut ausgebaute S-Bahn-System optimal. Ein Highlight unserer Klinik ist der „Asiatische Garten der heiteren Stille“, der zu einem der schönsten in Europa gezählt wird. 

Unsere Patienten sind ausschließlich in modern ausgestatten Einzelzimmern mit eigenem Badezimmer untergebracht. Bibliothek, Fernsehraum, Musikzimmer, Lehrküche, Fitnessraum gehören zur umfangreichen Ausstattung unserer Klinik.

Behandlungs-Schwerpunkte

Digitale Endgeräte wie Smartphones, Tablets und Notebooks begleiten uns auf Schritt und Tritt. Surfen, Gamen und Chatten, Onlinekäufe oder Online-Sex können uns jedoch der realen Welt entfremden und zum eigenen Problem werden. Onlinespiele verführen mitunter so sehr, dass das Spielen zum Tages (und Nacht-) geschäft wird, alles andere zur Nebensache.

Wenn Beruf oder Ausbildung darunter leiden und virtuelle Kontakte echte Freundschaften ersetzen, tut Hilfe not. Nicht selten sind jedoch Angehörige früher und stärker beunruhigt als Betroffene selbst. Wir klären, wie viel im individuellen Fall zu viel ist.

Übermäßigem Medienkonsum liegen oft allzu menschliche Bedürfnisse zugrunde. Es gilt, diese zu erkennen und auf selbstfürsorgliche Art zu befriedigen. Voraussetzung für die Behandlung ist die Bereitschaft, den Zugang zu PC und Internet einzuschränken und anders als bisher zu gestalten.

Etwa 180.000 Deutsche sind als pathologische Glücksspieler/ Glücksspielerinnen einzuordnen, ca. 326.000 zeigen ein problematisches Glücksspielverhalten. Für diese Menschen ist das „Spiel“ um Geld längst kein harmloser Zeitvertreib mehr, sondern eine Sucht, deren Preis nicht nur den finanziellen Ruin, sondern oft genug auch Auslöser für weitere Verluste darstellt. Partnerschaften und Familien zerbrechen, der Arbeitsplatz ist gefährdet oder dient einzig dazu, das „System am Laufen“ zu halten. Die Verfügbarkeit von Geldmitteln und deren Beschaffung werden zum zentralen Bestandteil des Alltags, der die Gedanken beherrscht.

Die Kraichtal-Kliniken haben mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Behandlung pathologischer Glücksspieler und gehören in Deutschland zu den führenden Einrichtungen auf diesem Gebiet. Wir unterstützen Sie bei der Entscheidung zu dauerhafter Abstinenz , erarbeiten Strategien der Rückfallprophylaxe und etablieren mit Ihnen ein transparentes Geldmanagement. Weitere wichtige Therapieziele bestehen darin, Ihre Konfliktfähigkeit zu verbessern, alternative Formen der Freizeitgestaltung kennen zu lernen und umzusetzen (z.B. Sport, kreative Beschäftigung), die Eigenwahrnehmung zu schulen und soziale Kompetenzen zu trainieren.

Der Missbrauch von Substanzen wie Alkohol oder Medikamente sowie der Konsum illegaler Drogen kann als Selbstheilungsversuch der Betroffenen verstanden werden: Wer von Stress, belastenden Lebensereignissen, psychischen Beschwerden oder chronischen Schmerzen betroffen ist und die Erfahrung macht, dass er sich durch die Einnahme von Substanzen kurzfristig von aversiven Gefühlen, Gedanken und Empfindungen entlasten kann, wird in der Erwartung, den als positiv bewerteten Entlastungseffekt wiederholen zu können, mit erhöhter Wahrscheinlichkeit erneut zu Substanzen greifen.

Früher oder später stellt sich eine Stoffwechseltoleranz ein, die zur Folge hat, dass die Dosis für den angestrebten Effekt zunehmend gesteigert werden muss.

Bei Reduktion oder Beendigung des Substanzkonsums treten schließlich Entzugssymptome wie Schlaflosigkeit, innere Unruhe oder Zittern ein, die nahelegen, diese mit weiterer Substanzeinnahme zu behandeln. Der Beginn eines fatalen Teufelskreises, der letztlich in eine körperliche und psychische Abhängigkeit mündet. 

Nicht selten tritt ein schädlicher Substanzgebrauch  parallel zu seelischen Beschwerden wie Angst, Schlaflosigkeit, depressiven Verstimmungen auf. Gerade deshalb ist eine ganzheitliche Betrachtung der Lebenssituation Betroffener zwingend.

Wir erarbeiten mit Ihnen ein festes Abdosierungsschema und lindern Entzugssymptome durch Entspannungsübungen, alternative Beschäftigungen oder auch andere Medikamente, die nicht abhängig machen. Wir überwachen Sie medizinisch und klären Sie umfassend auf. Maßnahmen der Schlafhygiene, einen geregelten Tagesablauf, regelmäßige Bewegung und gesunde Ernährung sowie ggf. Krankengymnastik und physikalische Therapie lassen im Verlauf viele Arzneimittel überflüssig werden.

Magersucht, Bulimie und unkontrolliertes Essen (Binge-Eating) sind Ausdruck eines fehlenden seelischen Gleichgewichts und mit hohem Leidensdruck für Betroffene verbunden. Tagesstrukturierung, klare Vereinbarungen („Gewichtsvertrag“) und das gemeinsame Zubereiten und Verspeisen von Mahlzeiten gehören zum Therapieprogramm. Das ärztliche Team verfügt über jahrelange Erfahrung in der Diagnostik und Behandlung von Essstörungen.

Viele Menschen greifen zu Medikamenten oder Alkohol, um mit Stimmungstiefs zurechtzukommen – ein Teufelskreis, da Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch depressive Symptome verstärkt.

Wenn Abstinenz erreicht ist, behandeln wir Antriebsmangel, Selbstzweifel und Stimmungstief leitliniengerecht durch psychotherapeutische Gespräche, Sport, ggf. auch medikamentös. Sie erlernen einen achtsamen Umgang mit sich und anderen und entwickeln wieder eine Perspektive – persönlich und beruflich.

Angst kann lebensrettend sein, aber auch selbst zum Problem werden. Angsterkrankungen sind die häufigsten psychischen Beschwerden. Nicht selten wird Alkohol oder werden Drogen im Sinne einer Selbstmedikation konsumiert, um Angst zu unterdrücken. Auch permanente Ablenkung durch fortgesetztes Spielen oder Internetaktivitäten können diese Funktion haben.

Wir gehen Ihren Ängsten gemeinsam auf den Grund und stärken Sie, damit Sie keine Angst vor der Angst entwickeln müssen. Die familiäre Umgebung in einer überschaubaren Patientengruppe vermittelt Sicherheit und erleichtert selbständige Schritte.

Wenn das Ausmaß körperlicher Beschwerden nicht durch Organkrankheiten erklärbar ist, spricht man von somatoformen Beschwerden. Diese können als Schmerzen, Reizdarmsyndrom, Herzbeschwerden u.v.m. den Alltag stark beeinträchtigen.

Wir klären, was der Hintergrund der Beschwerden sein kann und üben, besser mit ihnen umzugehen. Gute Aufklärung ist wichtig, damit Sie selbst zum Experten für ihre Gesundheit werden und Herr bzw. Frau im eigenen Haus bleiben.

TherapieBausteine

Unser Behandlungskonzept ist abstinenzorientiert und ganzheitlich ausgerichtet. Patientinnen und Patienten lernen, die individuellen Hintergründe, die zur Entwicklung und Aufrechterhaltung ihrer Suchterkrankung beigetragen haben besser zu verstehen und erwerben die Fähigkeiten und Fertigkeiten, ihren Alltag künftig suchtmittelfrei zu bewältigen.

Wir unterstützen unsere Patientinnen und Patienten  dann, wenn ihr Leben aus dem Gleichgewicht geraten ist. Wenn Alkohol, Drogen oder Medikamente wie ein Ausweg erscheinen,  aber deutlich wird, dass diese Stoffe keinen Weg frei machen, sondern ins Abseits führen, sorgt unser Therapieangebot für Klarheit und Verlässlichkeit. Wenn eingefahrene Verhaltensweisen wie das wiederholte Glücksspiel an Automaten oder das Zocken am PC oder Handy zum Selbstzweck geworden sind, hilft unser Therapieangebot abzuschalten statt abzudriften.

Seelischer Kummer, Ängste und Sorgen begleiten häufig Suchterkrankungen oder gehen ihnen zeitlich voraus. Wir schauen gemeinsam mit ihnen genau hin und verdeutlichen Zusammenhänge. Wir ermutigen dazu, Verhaltensweisen und Einstellungen zu überdenken und ggf. zu ändern. Wir begleiten Sie auf dem Weg in ein selbstbestimmtes und zufriedeneres Leben. Unser gemeinsames Ziel besteht darin, den Tag selbstfürsorglich zu gestalten, sinnstiftend aktiv zu sein und die Belastbarkeit zu steigern.

Das gleichzeitige Vorliegen von psychischen Beschwerden und Suchtverhalten hat bei ganzheitlicher Betrachtungsweise oft gemeinsame Wurzeln. Prägende Lebensereignisse, feststehende Überzeugungen, der Freundes- und Familienkreis haben Einfluss auf unser Denken und Fühlen. Der Wert, den andere und wir selbst uns zuschreiben, entscheidet mit darüber, wie achtsam wir mit unserer Gesundheit umgehen.

Der gegenseitige Respekt bedeutet, dass Therapieziele gemeinsam mit Ihnen festgelegt und überprüft werden. Die Einbeziehung von Angehörigen und die Zusammenarbeit mit anderen Partnern des Suchthilfenetzwerkes bzw. ambulanten Behandlungsangeboten und der Selbsthilfe sind dabei selbstverständlich.

Unser medizinisches Team (Psychiater, Ärztin, Pflegekräfte, Physiotherapeutin) unterstützt Sie bei der Verbesserung oder Wiedererlangung Ihrer körperlichen und seelischen Gesundheit.

Patientinnnen und Patienten werden individuell wahrgenommen und von einem engagierten, multiprofessionellen Team im Hinblick auf ihre persönlichen Anliegen und Ziele unterstützt.
Für eine erfolgreiche Behandlung ist eine verbindliche, von Empathie und Wertschätzung geprägte therapeutische Beziehung besonders wichtig. Auf dieser Grundlage können Patientinnen ihre Entwicklung reflektieren, eigene Grenzen und Bedürfnisse wahrnehmen und lernen sich aktiv für deren Sicherstellung einzusetzen.

Die Erfahrung, sich in Notlagen Hilfe holen zu können, ist oftmals ein erster Schritt zur Entwicklung von Eigenverantwortung, Selbstfürsorge und Selbstwirksamkeit. Neben der Bearbeitung von Problembereichen ist die Förderung von individuellen Ressourcen wesentlich für eine dauerhafte zufriedene Abstinenz. Die intensive Einzel- und Gruppentherapie wird durch vielfältige störungs- und themenspezifische Therapieangebote ergänzt.

Eine Suchterkrankung betrifft das gesamte Familiensystem. Deshalb beziehen wir auch die Angehörigen in die Therapie ein.

Das kreative Arbeiten in der Ergo- und der alltagspraktische Einsatz in der Arbeitstherapie stellen wichtige Erfahrungsfelder für die Entwicklung von Kompetenzerleben und Stärkung des Selbstwertgefühls dar. Hier können Patientinnen ihre kreativen Fähigkeiten (wieder-)entdecken, Neues ausprobieren, lernen Misserfolge auszuhalten und Erfolgserlebnisse zu schätzen.

Die Wahrnehmung des eigenen Körpers in Ruhe und Bewegung fördert den positiven Kontakt mit dem Körper, den Aufbau von Widerstandskraft und Bewusstheit im Hier und Jetzt. Im Sport finden Patientinnen wichtige Ansatzpunkte, wie sie sich in ihrem Körper wohl fühlen oder auch bei emotionalen Krisen entlasten können.

Gemeinsames Musizieren lädt  jenseits des gesprochenen Wortes dazu ein, Rhythmusgefühl und Kreativität zu entdecken und sich als Teil einer Gruppe einzuordnen und wahrzunehmen. Oft fällt der Zugang zum Ausdruck eigener Gefühle oder Stimmungen in Musik bzw. Gesang leichter als beim Reden. Gemeinsam mit einem Musiktherapeuten nutzen Sie den eigenen Körper, die eigene Stimme, aber auch Instrumente, um das Zusammenspiel auszuprobieren und gemeinsame Erfahrungen zu sammeln. Dabei darf es spontan und ungezwungen zugehen. Dies kann befreiend, inspirierend und überraschend verlaufen!

Achtsamkeit ist ein Begriff, der aus der fernöstlichen Meditationspraxis zu uns gefunden hat. Die Wirksamkeit achtsamkeitsbasierter Interventionen bei einer Vielzahl von psychischen Beschwerden ist mittlerweile gut belegt. Immer wieder regen wir deshalb unsere Patientinnen und Patienten dazu an, achtsam mit sich und ihrer Umwelt umzugehen. Die spontane und vorurteilsfreie, nicht bewertende Wahrnehmung des aktuellen Empfindens hilft, die Konzentration auf das Hier und Jetzt zu fokussieren. Sie lässt Grübelgedanken und Selbstabwertung in den Hintergrund treten. Achtsamkeit vermitteln wir in verschiedenen Therapieformen wie der Körperwahrnehmung, dem Achtsamkeitstraining, aber auch der morgendlichen Aktivierung.

Freizeitangebote

  • Das weitläufige Klinikgelände, der asiatische Garten und die nähere Umgebung mit Feldern, Wald und Wiesen laden zum joggen, walken oder entspannten spazierengehen ein.

  • Im Haus können Sie Tischtennisraum,  Fitnessraum, Musikzimmer und einen Gemeinschaftsraum mit Fernseher nutzen.
  • Im Sommer ist das Cafe auf der Pagoden-Insel des asiatischen Gartens ein Anziehungspunkt für Patienten und Besucher.

  • Unsere Kreativräume sind rund um die Uhr für Ihre künstlerischen Projekte geöffnet.

  • Kleine Besucher können auf dem klinikeigenen Spielplatz toben oder die Tiere im Kleintierzoo streicheln.

Auf der Karte finden Sie weitere interessante Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung, die sie zu Fuß, per Fahrrad oder mit der S-Bahn erreichen:

zuweiser

  • Wir benötigen eine gültige Kostenzusage des zuständigen Leistungsträgers.
  • Vor der Aufnahme sollte ein ärztlich begleiteter ambulanter oder qualifizierter stationärer Entzug abgeschlossen sein.
  • Um die für die Behandlung erforderlichen personenbezogenen Daten erheben, verarbeiten und speichern zu dürfen, benötigen wir eine entsprechende Einwilligungserklärung des Patienten bzw. der Patientin.
  • Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg (Federführung)
  • Deutsche Rentenversicherung Bund
  • andere Rentenversicherungsträger
  • Krankenkassen
  • Heilfürsorge
  • Beihilfe
  • Unsere Klinik ist barrierearm. Alle Bereiche sind auch für Rollstuhlfahrer leicht zugänglich. 
  • Für schwerbehinderte Patienten halten wir speziell ausgestatte Einzelzimmer vor.
  • Auch seh- oder hörgeschädigte Patientinnen und Patienten können in der Regel aufgenommen werden. Zu einer individuellen Abklärung nehem Sie bitte Kontakt mit uns auf.

 

  • Patientinnen oder Patienten mit einer akuten Psychose können in unserem Behandlungssetting nicht behandelt werden.
  • Akut suizidale Patientinnen oder Patienten können nicht aufgenommen werden.
  • Eine manifeste Substanzabhängigkeit kann in unserem Behandlungssetting nicht behandelt werden. Erforderlichenfalls erfolgt eine Verlegung in unsere Fachabteilungen Haus Kraichtalblick (Frauen)  bzw. Therapiezentrum Münzesheim (Männer).
  • Eine allgemeingültige Zulassung nach § 35 BtmG besteht nicht.

Service

Die medizinische Rehabilitationsmaßnahme muss bei dem für Sie zuständigen Leistungsträger, d.h. bei der Rentenversicherung, Ihrer Krankenversicherung oder dem Sozialleistungsträger beantragt werden. Suchtberatungsstellen, Ihr Hausarzt oder, wenn Sie sich gerade zur Behandlung in einem Krankenhaus befinden, der Sozialdienst des Krankenhauses beraten und unterstützen Sie bei der Antragsstellung und allen damit zusammenhängenden Fragen.

Wir bieten gerne an, unsere Klinik im Rahmen einer Besichtigung kennen zu lernen. Eine Patientin oder ein Patient unserer Klinik wird Ihnen die Einrichtung zeigen. Im Rahmen eines persönlichen Vorgesprächs mit der therapeutischen Leitung können wir Ihre Fragen zu unserem Behandlungsangebot klären.

Flyer KPV
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Konzept KPV
Konzept

Erlebniskarte Stadt Kraichtal
Freizeit-und Erlebniskarte der Stadt Kraichtal