Spielsucht

Glücksspiele sind Spiele, bei denen um einen Einsatz (Geld) gespielt wird und der Spielausgang (Gewinn) überwiegend vom Zufall (Glück) abhängt, nicht jedoch von der Fähigkeit/Spielkompetenz des Spielers. Solche Spiele gibt es von Alters her, berühmt wurde die literarische Darstellung eines krankhaften Roulettespielers durch Dostojewski in der Erzählung „Der Spieler“. Da man weiß, dass die Teilnahme an Glücksspielen eine krankhafte und finanzielle ruinöse Entwicklung auslösen kann, sind Glücksspiele in Deutschland verboten bzw. nur dann erlaubt, wenn sie vom Staat genehmigt wurden (z. B. in Spielcasinos).

Seit den 1970er Jahren macht eine neue Form von Glücksspielen zunehmend von sich reden, die zunächst nicht als Glücksspiele angesehen wurden und noch heute offiziell als „Unterhaltungsautomaten mit Gewinnmöglichkeit“ bezeichnet werden. Sie finden sich in Gaststätten und in einer immer weiter steigenden Zahl von Spielotheken. Im gleichem Maße wie diese Art von Spielgelegenheiten angeboten wurden stieg die Zahl der Menschen, die ein krankhaftes Spielverhalten an diesen Spielautomaten entwickelten und deswegen um Hilfe nachsuchten, weil sie selbst nicht in der Lage waren, das Spielen zum Stillstand zu bringen.

Aus diesem Grunde wurden in den 1980er Jahren im Therapiezentrum Münzesheim die ersten Glücksspieler behandelt und ein eigenes Behandlungskonzept für die Therapie der Glücksspieler entwickelt. Inzwischen werden pro Jahr ca. 150 Glücksspieler in Münzesheim behandelt. Nachuntersuchungen (Katamnesen) haben ergeben, dass 50-60% der Patienten anschließend glücksspielabstinent leben und damit eine hoffnungsvolle Zukunftsperspektive haben. Auf der Glücksspiel-Angebotsseite ist die Entwicklung inzwischen weitergegangen, so dass nicht nur Glücksspieler von klassischen Casinospielen (z. B. Roulette, Black Jack usw.) und Geldspielautomaten ein krankhaftes Spielverhalten ausgebildet haben, sondern auch von Lotterien, Sportwetten und Pokerspielen, teilweise auch übers Internet.

Aufgrund epidemiologischer Untersuchungen wird die Anzahl krankhafter Glücksspieler in Deutschland auf bis zu 400.000 Personen geschätzt. Waren es anfangs fast ausschließlich Männer, wird der Anteil der Frauen inzwischen bei ca. 30% vermutet. Wegen der zunehmenden Anzahl von krankhaften Glücksspielern wurden 2001 von den Spitzenverbänden der Krankenkassen und Rentenversicherungsträger „Empfehlungen für die medizinische Rehabilitation bei Pathologischen Glücksspielen“ verabschiedet, die den Anspruch und Zugang für eine Behandlung regeln und Behandlungsstandards definieren.

Die „Internationale Klassifikation psychischer Störungen“ (ICD 10) der Weltgesundheitsorganisation beschreibt das Krankheitsbild folgendermaßen: „Die Störung besteht in häufig wiederholtem episodenhaftem Glücksspiel, das die Lebensführung der betroffenen Person beherrscht und zum Verfall der sozialen, beruflichen, materiellen und familiären Werte und Verpflichtungen führt. Die Betroffenen setzen ihren Beruf und ihre Anstellung aufs Spiel, machen hohe Schulden und lügen oder handeln ungesetzlich, um an Geld zu kommen oder die Bezahlung von Schulden zu umgehen. Es wird ein intensiver, kaum kontrollierbarer Spieldrang beschrieben. Daneben steht die gedankliche und bildliche Vorstellung des Spielvorganges und seiner Begleitumstände im Vordergrund. Die gedankliche Beschäftigung und die Drangzustände verstärken sich häufig in belastenden Lebenssituationen.“

 

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